In den vergangenen 24 Stunden ist das öffentliche Interesse an Franziska Giffey sprunghaft gestiegen: Statt vereinzelter Suchanfragen und vereinzelter Berichte wurde sie gleich in knapp siebzig Beiträgen erwähnt, zuvor waren es nur zwei. Auffällig ist, dass sich mehr als zwei Dutzend unabhängige Geschichten mit ihr beschäftigen, wenn auch meist nicht in der Schlagzeile, sondern als zentrale Stimme in einer breiteren Debatte.

Der wahrscheinliche Auslöser dieser Entwicklung sind die Berichte über die Ermittlungen gegen den Berliner SPD-Spitzenkandidaten Steffen Krach und die Rolle der Berliner Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey darin. In zahlreichen Artikeln aus unterschiedlichen Regionen – von Berlin über Niedersachsen bis Hamburg und das Saarland – wird Giffey als Unterstützerin Krachs zitiert, die den Zeitpunkt der Ermittlungen kurz vor der Wahl als „merkwürdig“ bezeichnet und seine ausführlichen Berichte in Partei-Gremien hervorhebt.
Bemerkenswert ist dabei vor allem, wie stark sich die Aufmerksamkeit auf eine Politikerin richtet, die selbst nicht im Zentrum des Verfahrens steht: Innerhalb eines Tages wurde sie ein Vielfaches des Üblichen häufiger erwähnt, und in mehr als zwei Dutzend Geschichten spielt sie eine zentrale Rolle in der Einordnung der Vorgänge. Dass ihre öffentliche Sichtbarkeit so deutlich steigt, obwohl der politische Anlass offiziell einen anderen Akteur betrifft, zeigt, wie sehr die Debatte über Vertrauen und Transparenz in der Berliner SPD derzeit an einzelnen bekannten Köpfen festgemacht wird.